Vorteile für den Franchise-Nehmer

Franchisenehmer haben einige Vorteile gegenüber Soloselbstständigen. 

1. Erprobtes Geschäftsmodell

Einer der wichtigsten Vorteile für Existenzgründer, die sich für ein Franchisesystem entscheiden, ist das mehrfach erprobte Geschäftssystem. Das System wurde teilweise bereits an über hundert Standorten erfolgreich etabliert. Das allein ist allerdings noch keine Erfolgsgarantie. Es beweist aber, dass Kunden und der Markt das Geschäftsmodell annehmen. Im Netzwerk wurden Erfahrungen gesammelt und die Produkte entsprechend den Markterfordernissen optimiert und angepasst.

Auf diese Weise können Existenzgründer klassische Starter-Fehler vermeiden, beispielsweise falsche Produkte anzubieten. Zudem wurden die Arbeitsschritte und die Geschäftsprozesse über die Jahre standardisiert, was es den Partnern leicht macht, diese profitabel umzusetzen.

2. Etablierte Marke

Viele Franchise-Systeme führen den Markt in ihrer Nische an. Manche besitzen sogar nahezu ein Monopol. Bestenfalls ist die Marke national oder auch international sehr bekannt. Das sorgt dafür, dass der Franchisenehmer von Anfang an über ein gutes Kundenpotenzial verfügt.

Der Franchisenehmer muss selbst nicht in Corporate Design, Markenaufbau und Markenführung investieren. Der Franchisegeber stellt bereits entwickelte Gestaltungen und Inhalte für Marketing und Werbung, wie Anzeigen, Imagebroschüren, Internet, Social Media, Radio- oder TV-Spots zur Verfügung.

Video: Franchising, Vorteile für Franchise Nehmer

3. Arbeitsteilung

Bei einem Franchisesystem kann sich der Franchisenehmer ganz auf das Verkaufen konzentrieren, da sich die Zentrale um die Verwaltungsaufgaben kümmert. Ein Einzelunternehmer verbringt etwa 60 bis 70 Prozent seiner Zeit mit Tätigkeiten, wie Abrechnung, Buchführung, Einkauf, Kontaktpflege oder Kundenakquisition. Diese Arbeiten übernimmt im Franchise-System die Zentrale. Die Partnerbetriebe werden dadurch entlastet, was den Franchisenehmern ermöglicht, sich auf das Kerngeschäft zu fokussieren: Den Kundenservice und den Verkauf. Zudem kann die Zentrale die Verwaltungsarbeiten für das gesamte Netzwerk effizienter erledigen als dies bei einem Einzelbetrieb der Fall ist.

Zwei der wichtigsten Leistungen der Franchise-Zentrale sind der Einkauf und die Logistik. Die Zentrale erhält Großabnehmer-Konditionen dadurch, dass sie für das gesamte Netzwerk einkauft. Die Franchisenehmer müssen zudem keine Zeit für Bestandaufnahmen, Bestellungen und Lagerverwaltung aufwenden, da die Kassensysteme mit der Zentrale verbunden sind. Die Belieferung erfolgt aus Konsignationslagern automatisch und Just-in-time. Dadurch wird vermieden, dass die Franchisenehmer eine umfangreiche kostspielige eigene Lageerhaltung benötigen. 

4. Netzwerk-Knowhow

Einzelunternehmer haben oft eine sehr große Konkurrenz und sind Einzelkämpfer. Franchisenehmer dagegen sind keine Konkurrenten, sondern Partner. Jeder Franchisenehmer betreut sein eigenes geschütztes Vertriebsgebiet.

Alle Partner können auf das Wissen der anderen Franchisenehmer zurückgreifen. Dieses tauschen sie bei einem Erfahrungsaustausch auf Tagungen aus, aber geben es auch im täglichen Geschäft weiter. Auf den Tagungen werden zudem die Feedbacks und Wünsche der Kunden ausgetauscht.

Wenn ein Franchisenehmer einmal krank wird oder aus anderen Gründen ausfällt, kann jemand aus dem Netzwerk aushelfen und die Geschäftsführung für diese Zeit übernehmen. Im Franchising sind Notfallpläne üblich.

5. Kapitalbeschaffung

Die meisten erfolgsversprechenden Existenzgründungen benötigen Fremdkapital. Franchisenehmer müssen bereits zur Geschäftseröffnung einen Betrieb aufgebaut haben, wie er vom Franchisegeber vorgegeben wird. Dafür braucht es Darlehen.

Die Anforderungen der Banken bezüglich des Eigenkapitals sind hoch. Für den Erhalt von Fördermitteln und Kreditzusagen benötigt es einen erfolgsversprechenden Businessplan und einen soliden Finanzplan.

Franchisenehmer haben den Vorteil, dass sie bei dem Prozess unterstützt werden. Die meisten Franchisegeber unterstützen bei der Finanz- und Geschäftsplanung und bieten Hilfe bei Bankgesprächen an oder begleiten die Franchisenehmer sogar. Der Franchisegeber hat bereits Erfahrung aus vielen Gründungen. Zudem bekommen Franchise-Systeme bei Bankberatern oft einen Vertrauensvorschuss, da es bereits viel erfolgreiche Partnerbetriebe gibt.

6. Wissensvorsprung

Franchisenehmer haben oftmals einen Wissensvorsprung gegenüber Soloselbstständigen. Dies liegt daran, dass die Franchisezentrale das benötigte Know-how zur Verfügung stellt. Die Franchisepartner tauschen sich regelmäßig aus und geben ihr Wissen weiter. Die Franchisenehmer erhalten am Anfang eine umfangreiche Schulung und werden regelmäßig weitergebildet. Es ist daher nicht nötig, alle benötigten Kenntnisse für eine Selbstständigkeit bereits zu besitzen. Branchenkenntnisse sind auch nicht unbedingt erforderlich. Daher eignet sich eine Franchisegründung auch sehr gut für Quereinsteiger.

7. Franchise Handbuch

Alle Franchisepartner bekommen vom Franchisegeber ein Handbuch, indem alle Vereinbarungen des Franchisesystems festgehalten sind. Diese dienen dem Wohle und Wachstum, sie sind daher geschützt und vertraulich. Dem Franchisenehmer steht damit von Beginn der Selbstständigkeit eine Bedienungsanleitung für das operative Geschäft zur Verfügung.

Leistungen des Franchisegebers

Um herauszufinden, welche Vorteile ein Franchisesystem bringt, sollten vorab die Vertragsdetails geprüft und verschiedene Systeme miteinander verglichen werden. Die Leistungen und Gebühren für Lizenzen und/oder Werbemaßnahmen variieren oft stark. Seriöse Franchisesysteme beinhalten die folgenden Leistungen:

  • Aus- und Weiterbildungsangebote, welche alle relevanten Geschäftsbereiche betreffen. Diese können persönlich und systematisch erfolgen, beispielsweise via Internet. Das Know-how wird zudem durch das Franchise Handbuch weitergegeben. Franchisenehmer sollten die Möglichkeit haben, bei bestehenden Franchisepartnern zu hospitieren.
  • Bereitstellungen von zentralen Kassen- und Warenwirtschaftssystemen
  • Planung sämtlicher Marketingkampagnen und die Verantwortung für diese. Der Franchisegeber stellt zudem alle benötigten Materialien bereit, um diese vor Ort umzusetzen.
  • Sicherstellung des bereitgestellten Gebietsschutz
  • Steuerung des Wareneinkaufs
  • Unterstützung bei sämtlichen administrativen Schritten bei der Existenzgründung. Dazu gehören die Standortsuche, Standortanalyse sowie die Ausstattungsplanung.
  • Unterstützung bei der Buchhaltung sowie im Backoffice
  • Der Franchisegeber unterstützt dabei, den Businessplan und Finanzplan aufzustellen.
  • Unterstützung bei der Beschaffung von Fremdkapital, dazu gehören Kreditverhandlungen sowie der Zugriff auf Finanzierungspartner. Der Franchisegeber vermittelt zudem Leasings für die Ausstattung mit Betriebsmitteln.


Fazit: Vorteile für den Franchisenehmer

Franchisegeber und Franchisenehmer treffen ihre Entscheidungen aus unterschiedlichen Situationen. Beide profitieren von dem Franchisesystem, sofern sie sich auf einen erfolgreichen Geschäftsbetrieb konzentrieren. Um herauszufinden, ob Franchise wirklich das Richtige ist, sollten alle Vorteile und Bedingungen überprüft werden.

Franchisenehmer haben die Vorteile, dass es sich um eine etablierte Marke handelt und bereits Marketings- und Verkaufsstrategien bestehen. Der Einstieg in die Selbstständigkeit ist gegenüber Soloselbstständigen leichter, da sich die Franchisenehmer in einem Netzwerk austauschen können. Auf diese Weise können sie ihren gesamten Fokus auf das Kerngeschäft mit den Kunden konzentrieren.  Ein weiterer Vorteil ist die Arbeits- und Kostenteilung. Das Marketing kann übernommen werden und es ist nicht nötig, hohe Kosten und Mühen in den Aufbau des Kundenstamms zu investieren. Der Franchisenehmer hat ein geringeres Risiko, da Fehler gemeinsam aufgefangen werden.

Der Franchisenehmer sollte allerdings nicht nur die Vorteile beachten, sondern auch überprüfen, ob seine eigenen Vorstellungen zu dem Franchisesystem passen. Zudem sollte der Franchisevertrag anwaltlich überprüft werden, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Wenn auf beiden Seiten Einigkeit herrscht, ist dies eine sehr gute Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

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